Weltrekord der “Dicken”: Chris Solinsky läuft Fabelzeit bei Premiere über 10.000 m

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Am 03.05. Mai gelang dem US-Amerikaner Chris Solinksy beim traditionellen Leichtathletik-Festival der Stanford-Universität eine Sensation: Als erster Nicht-Afrikaner und Debütant auf der 10.000m-Strecke blieb er unter 27 Minuten (26:59). Er gehört ab jetzt zum elitären Kreis derjenigen 31 Läufer, die jemals diese Schallmauer durchbrochen haben.

Aus wissenschaftlicher Sicht bemerkenswert: Mit dieser Leistung hat er wohl den Weltrekord der Dicken inne!

Denn: Mit 73 kg Körpergewicht, bei 1,85 m Körperhöhe (BMI = 21 kg/m*m), ist er der Schwerste unter den Läufern auf diesem Leistungsniveau. Und das mit Abstand. 64 kg wiegt der nächst schwerste Athlet im Gewichtsranking. Das ergab eine Analyse der Kollegen von The Science of Sport. In diesen Leistungssphären liegt der Durchschnitt bei 55,6 kg Körpermasse bei 1,70 m Körpergröße.

Bekannt ist, dass eher kleine und leichte Athleten gegenüber den Größeren aus thermoregulatorischer Sicht im Vorteil sind: Die Wärmeabgabe funktioniert bei ansteigenden Intensitäten und Witterungsbedingungen mit hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Relation wesentlich besser. Große und schwere Läufer erzeugen bei gleicher Geschwindigkeit mehr Wärme, so dass sie Ihre maximale Wärmeabgaberate schneller erreichen. Auch das Kraft-Last-Verhältnis erscheint bei den kleineren Läufern in Relation günstiger.

Dieser Zusammenhang erklärt nicht ausschließlich, warum (ost-)afrikanische Läufer den internationalen Langstreckenlauf so deutlich dominieren. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle, deren einzelne Gewichtung derzeit wieder stark diskutiert wird. Ich denke, dass ich das Thema in naher Zukunft an dieser Stelle zur Diskussion stelle (samt evtl. Ableitungen für das eigene Training, insofern auch methodische Faktoren den Leistungsvorsprung erklären).

Für alle, die den Fabellauf von Chris Solinksy noch einmal sehen wollen, anbei das Video:

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